Dießen (map) liegt am südlichen Ende des Ammersees am Westufer und zieht sich bergauf auf die Seitenmoräne des ehemaligen Gletschers, der den Ammersee geschaffen hat.
Dießen, auch Bayerdießen genannt, gehörte bereits im 12. Jahrhundert den Grafen von Dießen und den späteren Grafen von Andechs und Wolfratshausen. Sie gründeten das Augustinerchorherrenstift. Nach deren Ausstreben über nahmen die Wittelsbacher Dießen, das unter ihnen 1326 zum Markt erhoben wurde.
Das Marienmünster in Dießen wurde 1732 neu von Johann Michael Fischer im barocken Stil erbaut. Nach Auflösung des Stifts durch die Säkularisation 1803 wurde viel zerstört. 1898 kam die Eisenbahn nach Dießen, die bald von Mering nach Weilheim führte. Auch die Schifffahrt wurde am Ammersee in Betrieb genommen, die in Dießen einen Hafen bekam. Erst nach dem Ersten Weltkriegs und Untergang des bayerischen Königshauses erwarben die Barmherzigen Schwestern die noch übrig gebliebenen Gebäude des Sifts.

Kirchen und Kapellen in Dießen

In Dießen und Umgebung gibt es viele sehenswerte alte Kirchen, mit Ausstattungen von berühmten Künstlern.

  • Marienmünster
    Das Marienmünster überragt ganz Dießen und ist schon von weit zu sehen. Sie war die Stiftskirche des Augustiner-Chorherrenstifts, das 1803 aufgelöst wurde. Seitdem ist sie die katholische Pfarreikirche Dießens.
    Die barocke und wohl schönste Kirche des 18. Jahrhunderts ist einschiffig und beeindruckend groß und hoch. Johann Georg Bergmüller malte die Deckenfresken mit Szenen aus der Chorherren-Geschichte. Über dem Altarraum sind 28 Heilige und Seelige des Hauses Andechs-Meranien gemalt, die Christus umgeben.Viele berühmte Meister schufen die Seitenaltäre. Der Hochaltar wurde vom Münchner Hofbildhauer Joachin Dietrich geschaffen. bemerkenswert sind noch die Barocken Prozessionsstangen jeweils außen an den Kirchbänken. Die Orgel von 1739 stammt von Caspar König aus Ingolstadt. (mehr Wissen)
    Bildertour Marienmünster
  • St. Johann
    Die katholische Friedhofskirche war früher ab 1584 eine Kapelle, die nach und nach bis 1780 erweitert wurde. Heute erscheint sie als frühklassizistischer Saalbau mit drei Altären, die von einem hier beheimateten Künstler, Thomas Schaidhauf aus Raisting, stammte. Sie ist bei weitem nicht so prunkvoll wie das Münster und liegt am Rande des Diesener Gottesackers, auf dem auch Baron von Schacky für seine Familie ein eigenes Mausoleum erbaut hatte.
  • Bildertour St. Johann 
  • Kloster St. Alban
    Die Baroness Barbara von Freyberg gründete dieses Kloster 1923, um Kinder zu betreuen, direkt am Ammersee. Es ist ein Kloster der Benediktinerinnen und hatte ein Novozinnen-Aufnahmeverbot während der NS-Zeit. Der Gründungszweck der Kinderbetreuung wurde mit Missionsarbeit und Altenpflege ergänzt. Die Klosterkapelle liegt seht hübsch am See (map).
    (Bildertour St. Alban)

Ein Spaziergang durch Dießen
Natürlich beginnt man am Marienmünster und geht rechts an der Kirche vorbei hinunter entlang an alten Häusern in die Stadt. Als Abstecher ist der Weg zum Friedhof und zum Schackypark empfehlenswert. Von dort laufen wir am Künstlerhaus Gabelsberger vorbei durch das ehemalige Fischerviertel und der von den Alliierten zerstörten Mariensäule vorbei hinunter zum See und zu den alten Bootshäusern. Im Dießener Hafen sind immer viele Vögel zu beobachten. Von dort geht es am Bahnhof vorbei über die Mühlstraße zum Markplatz mit dem Rathaus. Bergauf wandern wir durch die Herrenstraße an alten Handwerkshäusern hinauf zum Marienmünster.
(Bildertour Dießen)

Der Schacky Park
Freiherr von Schacky baute in Dießen seine Sommerresidenz (map), die jedoch nach und nach verfiel, bis jüngst ein Förderverein seine Instandsetzung anging. Die Villa Diana ist in Privatbesitz.


Umgebung von Dießen

Ammermoor
Südwestlich von Dießen mündet die Ammer in den Ammersee und bildete ein Moor aus, das unter Naturschutz steht. Nur im Winter darf man den Vögeln zuliebe in dieses braune Gebiet wandern. (Bildertour Ammermoor)

Bierdorf

Bischofsried

Dettenhofen

Dettenschwang

Obermühlhausen

Rieden
Die kleine, leider verschlossene Kapelle  Maria Hilf wurde 1796 erbaut und liegt auf einem Hügel mitten im nur wenig Seelen zählenden Dorf. Durch den Ort läuft die Staatsstraße 2055, was einem Kind schon das Leben kostete. (Bildertour Rieden)

Riederau

Romenthal

Unterbeuern

Wengen

Wolfgrub

 

Schreibe einen Kommentar