Tanum

In Tanum (map) machten wir eine längere Pause und sahen uns die vielen Petroglyphen an. Diese sind etwa 3000 Jahre alt, wurden also in der Bronzezeit geritzt. Tanum ist ein Unesco Weltkulturerbe und lag einst an der Küste. Das Land hat sich unterdessen um 20-30 Meter gehoben. Heute stehen die vielen Felsplatten mit den Ritzungen mitten im Agrarland. Das Klima war mit dem heutigen Südfrankreich vergleichbar. (Die rote Farbe der Zeichnungen wurde durch die Archäologen zum Schutz und zum besseren Erkennen angebracht)

Tanum-Vitlyckehällen

In Vitlycke ist eine der berühmtesten Felsritzungen zu sehen, das Brautpaar. Es gibt auch auf anderen Zeichungen Brautpaare, auch auf Booten  , aber keines, was so schön ist. Die Bilder handeln von Liebe, Macht und Magie. Hier handelt es sich um die jüngere Bronzezeit (1000-500 v. Christus)..

Aber es geht auch um Streit, Krieg und Macht. Speerkämpfer bekriegen sich. Vielleicht wurde mit dem Nachbarn um Land und Vieh gestritten. Man fand Massengräber, was für Ausrottungen ganzer Familien spricht.  Krieger haben Äxte, und Stehen an der Grenzen gegenüber. Die Axt hatte eine Große Bedeutung, was auch zum Beispiel der Hammer Thors zu Ausdruck brachte.

Große Kriegsschiffe mit Begleitbooten zeigen die Bedeutung, welche die Seefahrt hatte. Jeder senkrechte Strich ist ein Mann an Bord. Allerdings zeigen die meisten Schiffe Begräbnis-Zeremonien, beziehungsweise die Anbetung von Göttern. Hier sieht man auch schön den Drachenkopf am Bug der Schiffe, die später die Wikinger so berüchtigt machten.

Der Stier hat göttliche Bedeutung, war aber auch in der Landwirtschaft nicht weg zu denken. Hier reitet ein Gott einen Stier, was der Kreis als Sonnensymbol verdeutlicht. Links sieht man noch enen Krieger mit Schild und Speer.

Auf einem anderen Felsen sieht man Vögel auf 2 Beinen, die wohl Kraniche darstellen. Kraniche bezeichnete die Rückkehr des Frühlings. Vögel wurden auch als Boten, Späher oder „Flugzeuge“ der Götter angesehen.

Darstellungen von Hirsch und Pferd waren sehr häufig.

Anbord dieses Schiffes sitzen 6 Menschen in der Hocke. Einer bläst auf einer bronzenen Lure. Vor ihm steht einMann, der seine Axt zum Gruß erhebt. Die anderen richten ihre Paddel zum Himmel. Die Besatzung des zweiten größeren Bootes ist nur mit senkrechten kleinen Strichen angezeigt. Hier ging ein Krieger auf die Reise ins Totenreich.

Drei Männer zielen mit Pfeil und Bogen aufeinander. Wahrscheinlich handelt es sich um kurze Reiterbögen, welche auf Kontakte mit zentralasiatischen Reitervölkern hinweisen. Dies spricht für mächtige Handelsnetze, wobei die wichtigste Importware Skandinaviens wohl Bronze darstellte. Bei den Wikingern war eher der Langbogen vertreten.

Bildertour Vitlycke

Bildertour Museum


Tanum – Aspeberget

Aspeberget, wie schon der Name sagt, ist ein Hügel, der früher am Wasser lag. Hier gibt eseine sehr bemerkenswerte Felsritzung. Eine runde Scheibe mit gabelförmigen Auswüchsen (Schonnenscheibe mit Flammen) wird von zwei Frauen getragen. Daneben sieht man noch zwei Personen und darunter einen Hirsch mit detailliertem Geweih. Diese Darstellung ist einzigartig.

Weiterhin sieht man dort Stiere und darunter einen Mann mit einem von Pferden gezogenen Häufelpflug. Dies ist eine rituelle Darstellung, in der es im Fruchtbarkeit und Nachwuchs geht.

Weiterhin sieht man viele Schiffe, in ganz Tanum sind es über 10.000 Schiffs-Ritzungen, und 4 wunderschön geritzte Krieger mit Axt und Schilden. Auch Krieger mit Speeren sind zu sehen (siehe Bildertour).

Oben in der Mitte steht eine Person mit 29 Schalengruben über seiner sehr großen Hand. Man vermutet, dass dies eine Art Kalender darstellt. Lins unten sieht man einen alleinstehenden Häufelpflug.

Des Weiteren kann man eine Reihe von Menschen , davon die zweite von rechts eine Frau, sehen, die sich wie in einer Prozession bewegen. Diese ungewöhnliche Darstellung könnte einen Tanz darstellen, links darunter sieht man einen Stier mit einem Mann und seiner Axt zwischen den Hörnern. Es erinnert an die Stierkultur in Kreta.

Als letztes Beispiel noch ein Bild eines sehr gut geritzten Pferdes, das jedoch nicht in rot ausgemalt wurde.

Weiterhin sind ebenso nicht ausgemalt ist ein gespiegeltes Vogelpaar, das mytische und religiöse Bedeutung hatte. Sieht man Füße oder Fußsohlen, sind dies meist die Darstellung von Göttern, die nicht gemalen werden dürfen. Das Zirkelkreuz ist ein Zeichen für die Sonne

Bildertour Aspeberget

 


Tanum-Litsleby

Hier sieht man die Figur des Speergottes, wahrscheinlich die größte Felsritzungsfigur weltweit. Er ist 2,35 Meter hoch und stammt aus der Mitte der Bronzezeit, 1200 bis 1000 v. Chr. Es könnte sich um einen Vertreter des Asengottes Odin handeln, dessen Zeichen der Speer war.

Ein Reiter hat eine sehr übertriebene Nase und reitet im Hohlkreuz des Pferdes, wahrscheinlich eine Karikatur, denn ein weiterer Reiter als Krieger ist bedeutend stattlicher. Diese Ritzungen stammten aus der frühen Eisenzeit, da um 500 v. Chr. mit dem Reiten begonnen wurde und wie auf einer weiteren Ritzung zu sehen auch die runden Schilder nicht mehr vorhanden waren.

Bildertour Tanum- Litsleby

 


Tanum-Fossum

Die Felsritzungen dort sind sehr detailgetreu und von einem richtigen Künstler geritzt. Man sieht eine Frau, was eh sehr selten ist, ihre Besucher begrüßend, mit langem Haar und einer Schalengrube zwischen den Beinen, was auf ihr aufnehmendes Geschlecht hinweisen könnte. Gleich bei ihr stehen zwei Lurenbläser, die zur Sammlung bei Gefahr oder bei religiösen festen ihre Bronzeluren bliesen. Einer hat sogar einen Umhang.

Drei Männer mit einem Stock könnten Darsteller eines rituellen Tanzes sein. Die ausgeprägten, langgezogenen Gesichter könnten Tanzmasken oder Vogelschnäbel sein, so dass die Männer Götter darstellen.

Drei Krieger mit Hunde, die ja das älteste Haustier des Menschen darstellen, werden hier vermutlich bei der Jagd gezeigt.

Zuletzt noch ein Sonnenpferd, das die Sonne über den Himmel zieht.

Bildertour Tanum-Fossum

 

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